Die Dieter Fuchs Stiftung unterstützt das Forschungsprojekt PIPER+der brasilianischen Forschungseinrichtung Embrapa Amazônia Oriental. Embrapa ist eine staatliche Forschungseinrichtung des brasilianischen Landwirtschaftsministeriums und zählt zu den bedeutenden Einrichtungen der Agrarforschung des Landes.
Das auf drei Jahre angelegte Projekt im brasilianischen Bundesstaat Pará zielt darauf ab, bestehende wissenschaftliche Erkenntnisse und bewährte Anbauansätze für schwarzen Pfeffer in die landwirtschaftliche Praxis zu überführen. Im Fokus stehen Kleinbauernfamilien in den wichtigsten Pfefferanbaugebieten der Region.
Dabei wird die Gliricidia sepium eingesetzt – ein schnell wachsender Hülsenfruchtbaum aus Mittelamerika. Anders als im traditionellen Pfefferanbau, bei dem die Pflanzen an Holzpfählen emporranken, dient Gliricidia sepium als lebende Rankhilfe. Dadurch kann der Bedarf an Holzpfählen reduziert werden, wodurch perspektivisch sich das Risiko von Waldrodungen verringern könnte. Die Baumart verfügt über die Fähigkeit, Stickstoff- und Kohlenstoffverbindungen im Boden zu binden. Dies kann sich positiv auf die Bodenbeschaffenheit auswirken und eröffnet die Möglichkeit, Anbausysteme langfristig mit einem geringeren Einsatz bestimmter landwirtschaftlicher Betriebsmittel zu gestalten und gleichzeitig die Voraussetzungen für eine höhere Produktivität der Anbauflächen zu schaffen.
Wissenstransfer für die Praxis
Ein wichtiger Baustein des Projekts ist die Weitergabe wissenschaftlicher Erkenntnisse an die landwirtschaftliche Praxis. Über Schulungen und Weiterbildungsangebote soll das gewonnene Wissen über die Gliricidia den Produzent:innen zugänglich gemacht werden.
Rund 1.200 Pfefferproduzenten sowie deren Familien sollen perspektivisch mit dem Projekt erreicht werden. Sie erhalten die Möglichkeit, sich über neue Anbauansätze und aktuelle Forschungsergebnisse zu informieren und diese gegebenenfalls in ihren Betrieben zu erproben.
„Mit der Förderung von PIPER+ unterstützen wir ein Vorhaben an der Schnittstelle von Wissenschaft, Bildung und nachhaltigerer Landwirtschaft. Das Projekt verbindet Forschung und Wissensvermittlung und soll dazu beitragen, die Grundlagen für eine zukunftsfähige Pfefferproduktion und damit die Lebensgrundlage für die Landwirte im Amazonasgebiet weiterzuentwickeln“, fasst Josef Diekmann, Vorstand der Dieter Fuchs Stiftung zusammen.


